Deutschland: Kein Quantum Trost.
Montag, 3. Nov 2008 12:54 von Det Mueller

Irgendwie habe ich manchmal das Gefühl, trotz guter Ansätze wird Deutschland immer radikaler. Wir erinnern uns alle an die Versuche der Bahn vor wenigen Wochen, mit den Schalterzuschlägen mal eben so 60 Millionen Euro “nebenbei” einzustreichen. Verfolgt man nun das Gezerre um die Hintergründe bei der Bonusfrage für Hartmut Mehdorn im Falle eines Börsenganges weitere 560.000 Euro für seine Privatschatullen abzugreifen, wird mir ganz seltsam ums Herz. Dieser unfähige Manager, verdient immerhin regulär schon das Zehnfache der Kanzlerin und er will und will nicht abtreten, bekommt aber seine Züge nicht vor Februar auf die Schienen. Ob nun er, oder Minister Tiefensee die Schuld tragen, das Geplänkel ist so lächerlich wie unwürdig. Jeder von beiden schiebt es auf Mitarbeiter, keiner will zugeben, dass er Fehler gemacht hat…
Als “Mann der Straße”, frage ich mich da zum wiederholten Male, welche Pappnasen eigentlich die Verantwortung für Deutschland tragen. Ein Irrenhaus? Und auch der neue James Bond, wird da sicher kein Quantum Trost spenden, denn schaut man sich weiter um, sieht man (berechtigten aber unnötigen) Horror á la Hessen in vier abtrünnigen, aber aufrechten SPD Genossen, die die ehemalige Prinzengattin und wortbrüchige Politikerin Andrea Ypsilanti wieder nicht an die Macht bringen wollten, oder einen wie immer dummdreist grinsenden Josef Ackermann, der glaubt die Deutsche Bank sei stark und brauche keine Staatshilfen, obwohl er selbst ja auch jedes Jahr um die 20 Millionen Euro (!) an Gehalt abzieht.
Und auf der anderen Seite lachen sich Einige ins Fäustchen, die sich eher wegschämen sollten: Obwohl die Gehälter mancher Leute den Eindruck erweckten, Deutschland gehe es gut, ist dem gar nicht so. Billigläden schießen wie Pilze aus dem Boden. Hemden für 4.50 Euro oder Socken für 50 Cent sind so hoch im Kurs, dass gestern im TV angekündigt wurde, diese Billigketten würden für 2009 weit über 1.000 weitere Läden in Deutschland etablieren! Na klasse - damit sich Deutschlands arm gemachte Schichten “Mode” leisten können, wird jeder Gedanke an Nachhaltigkeit und Wertschätzung mit Füßen getreten, weil sich offenbar Niemand hierzulande Gedanken darüber macht, wie solche Preise wohl zustande kommen. Erinnert irgendwie an “Brot und Spiele”. Auf dem Rücken tausender ausländischer Kinder wird hier munter Mode-Müll angeboten, der weder lange hält, noch schön ist. Und deutsche Hersteller werden in die Pleite getrieben, wenn sie nicht in China produzieren wollen. Wer dann überleben will, arbeitet auch hierzulande mit äußerst unappetitlichen Methoden [siehe Artikel auf meinem LOHAS Blog hier].
Dabei könnte alles so einfach sein: Moderne, verantwortungsbewußte Manager hüten “ihre” Firmen nachhaltig wie ihre Augäpfe, stürzen damit weniger Arbeitnehmer in unnötige Krisen und alle Menschen reduzieren leicht ihren Konsum - kaufen weniger aber dafür Gutes. Allen wäre geholfen.
Bleiben Sie wertschätzend: Det Mueller
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