Kritisch auch 2008: Lobbyisten und “Greenwascher”
Donnerstag, 7. Aug 2008 23:34 von Det Mueller

Die Nominierungsphase für die Worst EU Lobbying Awards 2008 hat begonnen. Die Worst EU Lobbying Awards richten das Scheinwerferlicht auf anstößige Lobby-Aktivitäten, die eine demokratische Entscheidungsfindung untergraben…
Rückblick: Worst EU Lobbying Award 2007
Gemeinsam mit Daimler und Porsche holte sich BMW im Dezember 2007 den „Worst EU Lobbying Award “ ab, weil das Trio in Brüssel die Höchstwerte für den CO2-Ausstoß von Neuwagen beeinflusste. Die Unternehmen hätten Panik verbreitet und mit Fabrikschließungen und dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht, urteilte damals die Jury.
Die Bayern auf dem vorletzten Platz
Als Ergebnis der Lobbyarbeit der drei Autohersteller schwächte die Kommission ihre Vorgaben von 120 auf 130g Kohlendioxid pro Kilometer bis zum Jahr 2012 ab. BMW ist diesem Ziel mit durchschnittlich 192g/km pro Auto noch weit entfernt. In einer aktuellen Studie über den Kohlendioxid-Ausstoß europäischer Autohersteller rangieren die Bayern gar auf dem vorletzten Platz.
BMW CleanEnergy - eine Farce
Da fragt man sich doch, was der Autokonzern dem Verbraucher mit seiner Initiative „BMW CleanEnergy“ sagen möchte. Die bezieht sich nämlich auf die hauseigenen Wasserstoff-Fahrzeuge, eine hübsche PR-Flotte mit gerade mal rund 100 Fahrzeugen. Trotz dreißigjähriger Forschungsarbeit brachte BMW die Technologie bis heute nicht über das Versuchsstadium hinaus. Mal ganz abgesehen davon, dass Wasserstoff-Autos überhaupt nur dann „clean“ sind, wenn der getankte Wasserstoff auch klimaschonend gewonnen wird.
——————————————
Zu weiteren, zweifelhaften Werbeaussagen-Darstellern und ihrem Lobbyisten Klüngel gehören u.a. BP, Bayer, Burson-Marsteller, Airbus, Lufthansa und Vattenfall.
Via Utopia Blog, ganzen Artikel dort lesen <<<
Hintergründe auf Lobby Control Blog dort lesen <<<
Mit Greenpeace aufdecken auf dem Lügendetektor Blog dort lesen <<<

Die Quittung für ihre verfehlte Politik bekommen die Autohersteller gerade serviert, und das ist erst der Anfang. Bei drastisch gestiegenen Spritpreisen üben die Verbraucher folgerichtig Zurückhaltung beim Kauf von Spritschluckern und CO2-Schleudern.
Ich verstehe es wirklich nicht, wie ein Unternehmen wie BMW, das ja das technische Knowhow hat, nicht wenigstens ein Auto im Programm hat, welches sehr wenig Benzin braucht. So etwas wie ein 3-Liter-Auto. Technisch ist das alles möglich. Es ist nur die “Modell-Politik”, die festhält am PS-Wahn. Müssen erst die Ölquellen versiegt sein und das Klima nachhaltig beschädigt, ehe man endlich in den Vorstandsetagen der Autokonzerne begreift, dass “Freude am Fahren” auch ganz anders funktionieren kann?