Art goes social.
Mittwoch, 30. Mai 2007 18:13 von Det Mueller


Eine schöne Idee hat der Spieleentwickler, Denker und Business Club Freund Joachim Zischke aus der Lüneburgerheide: Sein von ihm entwickeltes Spielebrett “Teatro” stellt er in kleinerer Auflage zur Verfügung als Theaterbühne für die Kunst.
Ab sofort können sich interessierte Kunstschaffende bei ihm melden und ein solches Brett anfordern. Kostenlos - immerhin hat das Brett einen Verkaufswert von 120 Euro. Einzige Bedingung: Der Künstler, ob weiblich oder männlich, verpflichtet sich, bis zu einem noch genauer definierten Termin im Spätsommer, auf das Brett ein Kunstwerk aufzubringen [Malerei, Fotografie, Installation etc.] und es an Joachim Zischke zurück zu senden. Inklusive der Einverständniserklärung, dieses Werk für eine Versteigerungsausstellung freizugeben, deren Erlöse einem sozialen Zweck zufließen sollen.
Als Initiative eines (fast) Privatmannes finde ich diesen Weg, Kunst für soziale Hilfe einzusetzen ganz wunderbar! Immerhin erhält der/die KünstlerIn eine Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen und ein gutes Vorhaben bekommt (hoffentlich ordentlich) Geld in die Kasse. Klasse…:::
Weitere Infos:
Die Ankündigung im Business Club innovativ.in: hier
Die Ankündigung auf dem Blog von Joachim Zischke dialogus: hier
Einzelheiten zum Brett “teatro”: hier
Hinweis: Joachim Zischke behält sich verständlicherweise vor, die Anzahl der zur Verfügung stehenden, wertvollen Bretter zu begrenzen. Bei mehr als 25 eingehenden Bewerbungen entscheidet deshalb das Los. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Weitere Infos und Details direkt über Joachim Zischke.

[…] Sollen KünstlerInnen umsonst arbeiten, um Aufmerksamkeit zu bekommen? In Detlef muellersBlog habe ich einen Beitrag gefunden, der mich etwas nachdenklich stimmt. “Art goes social” ist er überschrieben und erzählt von Joachim Zischke und seinem Spielebrett “Teatro”. […]
Hallo Christian,
ich komme erst heute wieder dazu, auf die Reaktion zu meinem Post zu antworten, will das auch gerne hier machen: Meine Formulierung “Aufmerksamkeit erregen” war sicher etwas unglücklich. Bin selbst auch Künstler und die Tatsache, dass ich auch meinen Lebensunterhalt zusätzlich mit anderen Dingen verdienen muß, spricht für sich.
Dennoch, egal in welchem Alter oder in welchen Lebensumständen sich ein Kunstschaffender befindet, Aufmerksamkeit - also Öffentlichkeit - zu erlangen ist meist immer ein wesentlicher Bestandteil für langfristig erfolgreiche Arbeit. Meine Sachen können noch so toll oder sinnstiftend wertvoll sein, wenns keiner weiß, nutzt es Niemandem.
Der Weg über klassische Galerieen ist meist ebenso beschwerlich wie für die meisten Kollegen unmöglich. Fast jede andere Gelegenheit ist deshalb wünschenswert, wenn der Rahmen ansprechend ist und besonders - wie in diesem Fall auch noch mit einem sozialen Hintergrund versehen.
Ich hatte mich mit Joachim Zischke nicht abgesprochen, wenn er sogar noch einen Obulus in Aussicht stellt, umso besser…
Froh bin ich aber, dass sich eine Diskussion entwickelt. Das ist immer gut.
Wünsche eine gute Woche
Det