Design on my way.
Montag, 7. Mai 2007 13:40 von Det Mueller

Wenn ich meine Freundin in Neuss besuchen wil, fahre ich übers Land. 45 km durch schöne Felder, Wiesen und Wald. An einer Stelle allerdings, ziwischen dem fürchterlichen Ort Niederaußem [ die dunklen Bildpartien sind Emissionen des dortigen Braunkohlekraftwerkes ] und dem verschlafenen Rommerskirchen, taucht urplötzlich, eingebettet in bestes Grün, der kleine Ort Gill auf.
Ja, ja - der Job läßt einen nie wirklich los: Die Gill ist eine vorzügliche Grotesk-Schrift, entstanden in den frühen Dreißiger Jahren. Entworfen hat sie Eric Gill, ein britischer Bildhauer und Zeichner, der die Aufgabe übertragen bekam, etwas zu entwerfen, das sich getrost gegen die deutsche FUTURA durchsetzen sollte, die sich seit den Zwanziger Jahren zu einer glücklichen Geldquelle für die Zulieferer der Bleisatz Typographen entwickelt hatte [und bis heute eine tolle Schrift ist]. Über 36 Garnituren der Gill Sans entstanden in den Jahren 1929 bis 1932 für den Bleisatz. Wer mehr dazu wissen will, schaut in das hervorragende font-blog.
Und wer andere Typo-Stadtschilder in Deutschland tatsächlich kennt, möge sie mir gerne mailen, vielleicht mit einer kleinen Geschichte. Die werde ich natürlich gerne hier vorstellen…:::
